Mein Sabbatjahr fern von aller Technologie

with No Comments

My-technology-sabbaticalWas haben die Menschen vor der Erfindung des Internets gemacht? Das ist eine Frage, die ich meiner Mama schon öfter gestellt habe, seitdem ich mein erstes Handy habe. Ihre Antwort war normalerweise etwas unbestimmtes wie Freunde treffen. Selbst für sie ist es schwer, sich ein Leben ohne die ganzen Erfindungen der letzten 20 Jahre vorzustellen. Eine Studie aus diesem Jahr zeigt, dass der durchschnittliche Amerikaner ca. 3 Stunden pro Tag mit seinem Handy, im Internet, auf Facebook und somit weniger und weniger Zeit draußen verbringt.

Meine glücklichsten Erinnerungen handeln von der Natur. Als ich sechs Jahre alt war, habe ich meiner Oma geholfen Rababer und Kartoffeln in ihrem Garten zu ernten, oder bin mit ihr durch den Wald geritten. Ihr zuhause ist ein WLAN freier Zufluchtsort geworden, wo ich mich ohne Ablenkung auf meine Arbeit konzentrieren konnte oder mit Hilfe ihres 150 Jahre alten Backbuchs backen lernen konnte. Jetzt, 13 Jahre später, verspüre ich immer noch das Bedürfnis nach diesen internetfreien Tagen, die eine Seltenheit geworden sind.

Das Internet hält alle miteinander verbunden, die Angst etwas zu verpassen hält uns davon ab, dass Handy beiseite zu legen. Bevor ich nach Chilcotin Holidays gekommen bin, war der größte Zeitraum den ich ohne Internet verbracht habe zwei Tage. Die habe ich auf einem Boot auf dem Mekong Fluss verbraucht, als ich auch merkte, dass eine Auszeit von der ganzen Technologie notwendig ist. Wir hatten kein Internet und waren zu zehnt auf dem Boot. Wir fingen an uns zu unterhalten, Karten zu spielen und die wunderschöne Aussicht zu genießen. Wir waren in einer Blase, die Welt da draußen konnte ohne Probleme ein paar Tage warten, was zählte waren die Erinnerungen die wir gemeinsam schufen.

Auf Chilcotin Holidays zu leben, wo es nur von 20 bis 7 Uhr WLAN  gibt, ist man gezwungen eine Auszeit von der Technologie zu nehmen. Facebook ist nicht wichtig, niemand kümmert es, wie viele Likes dein Bild bekommen hat. Es ist wichtiger, ob es den Pferden gut geht und jeder seine Tagesziele erreicht. Auf Chilcotin Holidays habe ich so viele wundervolle Menschen kennen gelernt und neue Freundschaften geschlossen. Niemand braucht hier die sozialen Medien, wenn man gemeinsam lachen kann, während man über einem Lagerfeuer Marshmallows röstet.

Im letzten Monat habe ich es geschafft eine komplette Auszeit von der Technologie zu nehmen – meine bisher längste Abstinenz – nur meine Kamera habe ich genutzt. Stattdessen habe ich an einem Überlebenstraining teilgenommen, bei dem ich viele neue Sachen gelernt habe, wie ein Feuer mit nur einem Streichholz zu starten oder eine Holzschale mit Hilfe von heißer Kohle herzustellen. Ich könnte Tage in der Natur verbringen, beim Wandern, Tierspuren verfolgen und davon aufzuwachen, dass ein Hirsch an unserem Lager vorbeigeht. Ich habe zu keiner Zeit Angst um mein Leben zu Hause in England, meine Freunde und Familie werden auch noch in zwei Monaten da sein. Die einzigartigen Möglichkeiten zu nutzen ist wichtiger, denn wer weiß wann sie wiederkommen.

Handys und Laptops sind tolle Erfindungen, aber wir sollten unser persönliches Leben nicht auf sie ausrichten. Auf der Welt gibt es so viele tolle Orte die entdeckt werden wollen, man muss sich nur trauen.

Rebecca, Großbritannien

 

Um die englische Version zu lesen, gehen Sie bitte zu My technology sabbatical